Der Dental Podcast von Zahnärzten für Zahnärzte
00:00:00: Wie mache ich eigentlich eine örtliche Betäubung? Es ist ein super Basic-Thema,
00:00:05: aber doch irgendwie sehr wichtig und hilft uns auch in der Praxis als gute Zahnärztin
00:00:13: oder Zahnärztin wahrgenommen zu werden.
00:00:15: Und Thomas Lange und Harvey Herrmann haben sich sogar in N21 vor kurzem darüber
00:00:20: unterhalten in drei Themen.
00:00:22: Und ich fand es interessant, was da gesagt wurde und dass zum Beispiel elektronische
00:00:29: gesteuerte Anästhesien gar nicht so richtig vorgekommen ist.
00:00:32: Und das ist natürlich jetzt kein entscheidender Punkt, aber ich finde es aus
00:00:36: Patientensicht doch relativ interessant, weil da viele Sachen,
00:00:40: die wir so machen, so ein bisschen ablenkend ist.
00:00:43: Und eine Sache ist ja, dass man natürlich auch mit einer ganz klassischen Zylinderampulenspritze
00:00:49: eine erfolgreiche Anästhesie macht.
00:00:51: Man nimmt die ganzen Tricks, um dann vielleicht den Patienten abzulenken,
00:00:55: dass man vorher in den Bereich drückt, auf die Stelle immer anästhesiert,
00:00:59: dass man vielleicht das Gewebe, die Lippen, die Wange so ein bisschen anspannt
00:01:03: und die Spannung nachlässt, in die man einsticht.
00:01:05: Das sind alles wichtige Sachen.
00:01:07: Aber ich habe zum Beispiel immer festgestellt, dass bei zwei Sachen haben die Patienten was gemerkt.
00:01:12: Einmal, wenn natürlich die eher kalte Metallkolben die Lippe berührt.
00:01:18: Das ist etwas, was die merken. Natürlich könnte man jetzt sagen,
00:01:20: okay, das kann man irgendwie auch probieren vorzuwerben.
00:01:22: Da gibt es sogar Geräte für, finde ich aber super, super aufwendig und bringt nicht so viel.
00:01:27: Oder man hat natürlich auch eine Spritze, die einfach nur aus Plastik besteht
00:01:32: und dementsprechend keinen Kälter abgibt.
00:01:33: Und was ich auch persönlich sehr wichtig finde, alle Infiltrationen mache ich
00:01:38: ja mit dem kürzesten Spritze, die ich habe, also eigentlich eine für Intralelementäre Anästhesie.
00:01:44: Die sind kurz und spitz und ich finde, das ist schon ein wichtiger Punkt, um Erfolg zu haben.
00:01:51: Ich meine, ich habe mal irgendwann ein Instagram-Video gesehen,
00:01:53: das fand ich sehr lustig. Da hat jemand gesagt, die Spritze für die.
00:01:57: Und Infiltration muss so und so lang sein, weil ja so lang der Zahn ist.
00:02:01: Und ich dachte, okay, aber wenn ich in die Umschlagfalte spritze,
00:02:04: da ist in der Regel die Wurzelspitze. Und das war's. Da braucht man jetzt nicht noch lange.
00:02:07: Wenn dann mal natürlich eine infraorbitalis-Anästhesie machen will,
00:02:12: dazu braucht man diese lange Infiltrationsspritze.
00:02:13: Ansonsten habe ich wirklich nur diese kurzen für interreglementäre Anästhesie
00:02:17: drin und mache damit meine Infiltration im Oberkiefer und im Unterkiefer.
00:02:21: Und bevor ich jetzt noch viel mehr über elektronische Anästhesie spreche,
00:02:27: möchte ich erstmal klarstellen, dass ich bei einer Infiltration in der Regel
00:02:34: eigentlich nur 1 zu 200 spritze.
00:02:36: Warum 1 zu 200.000? Das geht im Prinzip auf eine Fortbildung von Monika Daubländer
00:02:39: zurück. 1 zu 200.000 funktioniert am besten.
00:02:43: Und zwar am gleichmäßigsten. Nicht unbedingt am längsten, aber am gleichmäßigsten.
00:02:46: Man hat immer ein gutes Zeitfenster von 60, 75 Minuten, wo es definitiv wirkt.
00:02:52: Bei 1 zu 100.000 hat man den Effekt, dass bei manchen wirkt es sehr lange und
00:02:56: bei manchen baut sich das komischerweise sehr schnell ab.
00:02:58: Und deshalb gab es eine Studie, wo dann 1 zu 100.000 in der Länge am besten
00:03:01: abgeschnitten hat. Aber wenn man sich dann auch alle möglichen Risikofaktoren
00:03:06: anguckt, zum Glück ist es überschaubar.
00:03:08: Bei 1 zu 200.000, das ist jetzt nur, was ich persönlich sage,
00:03:11: muss man sich am wenigsten Sorgen machen, was alle möglichen Nebenwirkungen angeht.
00:03:16: Und da können die schwanger sein und sonst was stillen. Das ist alles im Groben kein Problem.
00:03:23: Und was mir auch aufgefallen ist, dass wenn ich natürlich die Anästhesie im
00:03:29: Oberkriefer zum Beispiel mit einer Infiltration mache, Finde ich das eigentlich
00:03:33: sehr praktisch, sodass es elektronisch gesteuert ist.
00:03:36: Ich habe den Denter Pen, der wurde nochmal von Septodon vertrieben.
00:03:39: Das Gerät ist tatsächlich nicht günstig. Man kann sich lange darüber streiten,
00:03:44: ob ein Motor, der dafür sorgt, dass etwas 30, 60 oder 90 Sekunden dauert,
00:03:48: bis es appliziert ist, so viel Geld kosten muss.
00:03:51: Aber das macht keinen Sinn, darüber nachzudenken, entweder man hat Bock darauf oder nicht.
00:03:56: Und für alle, die sowas testen wollen, die gucken auch gerne einfach bei Ebay
00:04:00: oder Kleinanzeigen, um sowas zu finden.
00:04:04: Jedenfalls ist es so, dass ich diesen Denta-Pen sehr praktisch finde.
00:04:07: Denn er hat, wie gesagt, einen Plastikbereich.
00:04:11: Er soht ein bisschen. Und es
00:04:12: ist einfach so, dass die 1,8 Milliliter in 60 Sekunden abgegeben werden.
00:04:16: Das ist so eine Zeit, das standardisiert das Ganze auch für mich.
00:04:19: Ich weiß einfach, ich muss diesen Einstich machen, drücke dann drauf und dann
00:04:23: läuft das einfach 30 Sekunden durch.
00:04:25: Und dann nehme ich raus und dann ist hier nochmal eine andere Stelle und lasse
00:04:29: es nochmal 30 Sekunden durchlaufen mit derselben Ampulle. Und wenn ich jetzt
00:04:32: so einen klassischen oberen Sechser anästhesiere, bekommt der Siemer eine Infiltration,
00:04:37: der Fünfer eine Infiltration.
00:04:39: Damit ich auch wirklich von Bucal dieses Gerätbereich abgedeckt habe.
00:04:43: Und da ist dann so ein kleiner Nachteil von dem DentaPent, dadurch,
00:04:47: dass dieser Kolben sich schon komplett hochgezogen ist und das jetzt auch nicht
00:04:51: so schnell zurückzieht, ist das Nachladen, wenn man so will, relativ schwierig.
00:04:55: Und im Prinzip lege ich den weg. Und dann habe ich ein zweites Anästhesiegerät,
00:05:00: das habe ich mir auch mal zum Testen erstmal geholt und zwar The One STA und
00:05:05: damit mache ich dann eine Leitung, wenn wir beim Oberkiefer 6er bleiben,
00:05:10: Palatinal und zwar den Palatinos Mario entfiltrieren wir.
00:05:14: Dann ist es in der Regel so, dass ich eher Region 4-5 spritze,
00:05:20: obwohl dann mein ehemaliger Abrechnungsprofi Christian Lopes Quirterio von Barbudent
00:05:25: gleich schimpfen würde.
00:05:27: Aber effektiv ist es ein Bereich und da ist es ganz nett eigentlich,
00:05:31: dass es das SDA-System so lange schon gibt.
00:05:34: Die haben da sehr viel Erfahrung mit bestimmten Punkten, wo man die anästhesiert.
00:05:38: Und wenn man auf die Höhe dieses Punkt zwischen 4 und 5 Apikal spritzt,
00:05:45: ist es so, dass man eine schöne Ansthesie vom 6er bis zum 1er bekommt und da
00:05:53: mache ich dann eine Viertel Ampulle rein.
00:05:55: Manchmal mache ich auch noch ein paar Tropfen interreglementär am 7er für die Klammer ran,
00:06:01: Palatinal, und der Rest geht dann genau auf Höhe vom 6er Ampukal rein,
00:06:07: dass dann dort tatsächlich nochmal drei Viertel der restlichen Ampulle appliziert werden.
00:06:13: Und es sorgt für eine ganz gute Anästhesie. Tatsächlich habe ich früher fast nie...
00:06:19: Palästinale Anästhesie gemacht, bis auf eine Interimenteere.
00:06:22: Weil ich finde, es ist wirklich, weil das Gewebe dort viel härter ist,
00:06:28: deutlich unangenehmer für Patienten und ich wusste auch nicht von den Benefits.
00:06:32: Ein Benefit ist natürlich, dass man eine Leitung dann auch im Oberkiefer im
00:06:37: GOZ-Bereich abrechnen kann.
00:06:38: Was natürlich auch wichtig ist, denn mit dem SDA The Want hat man immer Einmalkosten
00:06:44: für diesen Schlauch, der nicht unabheblich ist.
00:06:47: Aber ich kann das natürlich so denn für mich abrechnungsmäßig argumentieren.
00:06:52: Ist natürlich etwas, wo eher SDA profitiert, aber ist eine nette Anästhesie-Form
00:06:57: und die hat dafür gesorgt, dass ich auch mehr oder fast routinemäßig Palatin anästhesiere.
00:07:04: Also Hintergrund war ein ganz einfaches Erlebnis oder zwei, dass ich beim sehr
00:07:10: jungen Patienten und mittlerweile in Endopraxis habe ich ein paar Traumapatienten.
00:07:15: Also mittlerweile ein pro Woche, wo ich dann irgendwas im Frontzahnbereich passiert
00:07:19: ist und die haben natürlich manchmal 0,0 Bock auf eine Anästhesie.
00:07:25: Aber ich bin da in deren Sicht sehr eiskalt in der Regel und die bekommen dann
00:07:32: auch, wenn der obere Einser, lass es 2-1 sein, dann bekommt 1-1,
00:07:35: 2-2, die halbe wie gerade beschrieben,
00:07:39: dann gibt es am Nervus Inzisivus eine Viertel und das ist super,
00:07:42: super ungenehm für die, aber sorgt dafür, dass die Anästhesie sitzt und die
00:07:47: Behandlung in Ruhe stattfinden kann.
00:07:49: Und dann wieder das Viertel da und die restlichen drei Viertel direkt am 2-1-Vestibulär.
00:07:55: Und so hat man eine schöne Anästhesie von allen Seiten und hat seine Ruhe.
00:08:01: Eine Behandlung gemacht und da habe ich dann tatsächlich bloß irgendwas Medmäßiges
00:08:05: aus dem Kanal rausgezogen.
00:08:06: Das hat ja gemerkt, natürlich gab es da auch eine Druckentlastung und es kam
00:08:09: nochmal dazu, aber das zweite Erlebnis war,
00:08:13: dass ich einen guten Kumpel, es gibt einen kleinen Prozentsatz an Patienten,
00:08:18: die ich schon lange kenne, die dann für kleinere Füllungssachen zu mir kommen
00:08:22: und zu Prophylaxe halt in einer Praxis bei denen in der Nähe,
00:08:26: und der hat eine Frontstandfüllung von mir bekommen und in der Zeit nicht nur
00:08:29: eine und hat dann auch Palatina dann zum ersten Mal von mir eine Anästhesie
00:08:33: bekommen und wir nennen ihn es einfach mal Alex und Alex kam zu mir und meinte ey Georg,
00:08:38: aber diesmal war die Anästhesie richtig gut und dann habe ich mich eigentlich gefragt, okay,
00:08:43: ich finde es spannend, weil ich dachte eigentlich vorher immer wäre meine bukale
00:08:47: Infiltration an Oberkieferfront sehen schon richtig gut,
00:08:51: aber dadurch, dass es Palatina auch anesthesiert war, ist es nochmal natürlich
00:08:56: umso spannender dass die Patienten es auch empfinden Also es gibt halt auch,
00:09:00: auch wenn ich vorher immer interrelumentär, palatinal anästhesiert habe,
00:09:03: reicht das nicht. Man braucht da deutlich mehr Power.
00:09:06: Was natürlich die Kehrseite ist, wenn du denn so eine Anästhesie machst,
00:09:10: Palantinal, gerade im Bereich von 4er, 5er, kann es auch sein,
00:09:14: dass wirklich die halbe Gaubenhälfte so ein bisschen anesthesiert ist und jeder
00:09:17: Schluckprobleme haben.
00:09:19: Das ist natürlich unangenehm, muss man bloß irgendwie kommunizieren,
00:09:23: aber es ist eine sehr, sehr schöne Anästhesieform.
00:09:29: Jetzt kann man natürlich auch mit dem SDA diese Single-Tooth-Anästhesie-Geschichte machen.
00:09:36: Das ist ja quasi interrelimentäre Anästhesie und das ist ja ein Modus,
00:09:40: wo denn das Gerät graduell den Druck steigert und dann irgendwann sagt es PDL
00:09:44: und dann hast du eine sichere interrelimentäre Anästhesie.
00:09:48: Tatsächlich wurde auch in dem Podcast von Javi Herrmann und Thomas Lang darüber
00:09:52: gesprochen, dass es auch Ingwer-Nikrosen geben kann.
00:09:56: Und das ist tatsächlich etwas, was mit jedem Gerät passieren kann.
00:10:01: Mit den typischen Citro-Intradimentären-Spritzen, als auch mit dem SDA.
00:10:07: Das ist etwas, wo ich erst dachte, das hat vielleicht auch irgendeine Relevanz
00:10:12: mit dem Adrenalin-Zusatz.
00:10:14: Und deshalb bin ich auch dann, weil ich da ein paar Geschichten hatte,
00:10:17: die einfach nicht gefallen haben und manchmal denke ich mir auch,
00:10:20: zu viel Interimenteuer in Kombination mit einem Kofferdamm ist vielleicht auch
00:10:23: nicht die beste Kombination für so ein Gegenüber,
00:10:26: dass ich dann einfach 1 zu 400.000 in meiner Praxis habe.
00:10:29: Und ich habe mich lange eigentlich so ein bisschen geweigert,
00:10:34: 1 zu 400.000 in mein Anästhesie-Puftfolio aufzunehmen, weil das ist ja etwas,
00:10:40: was dann nochmal gelagert werden muss.
00:10:42: Das ist im Prinzip viel, viel einfacher, haufenweise 1 zu 200.000 zu haben.
00:10:48: Aber ich habe mich aus einem Grund dazu gemacht. Einmal während der intermittenten
00:10:52: Anästhesie, und dann kommen wir jetzt auch gleich zum Prost.
00:10:55: Unterkiefer. Und zwar mache ich, wenn ich im Unterkiefer 6er zum Beispiel behandle,
00:11:01: mache ich natürlich auch meine Infiltration mit 1 zu 200.000.
00:11:04: Da gehe ich tatsächlich auch so ein bisschen ran, dass ich dann den 7er und
00:11:09: den 5er infiltriere, jeweils eine halbe.
00:11:11: Da muss ich auf jeden Fall mehr aufpassen, dass ich da auch interregimentär,
00:11:17: dem Klammerzahn, was ja klassischerweise der 7er ist, auch klar interregimentär anesthesiere.
00:11:24: Das mache ich dann teilweise noch mit dem Denterpen, dass ich da was dringelassen
00:11:27: und dann mache ich trotzdem weiterhin eine Leitung.
00:11:30: Ich weiß, dass andere Leute auch sehr gut nur mit Intrigmentär klarkommen.
00:11:34: Da hat ja Mario Schulze in der Webinarreihe Vitale Haltung gesagt,
00:11:39: dass er das tatsächlich nur macht und damit sehr erfolgreich ist und auch Zähne zieht.
00:11:43: Aber ich habe trotzdem, mein Standardtermin ist um die zwei Stunden lang.
00:11:47: Deshalb mag ich das eigentlich da eine Leitung zu haben, weil das eine schöne Anästhesie ist.
00:11:52: Und die Leitung, da wusste ich auch schon sehr früh von der Fortbildung von Verdaublender,
00:11:57: dass eine Leitung auch sehr gut funktioniert mit 1 zu 400.000 und das habe ich
00:12:04: dann nach und nach umgesetzt und tatsächlich bin ich davon Fan geworden und
00:12:08: deshalb ist jetzt im Unterkiefer mein typisches Setup,
00:12:12: Leitung 1 zu 400.000 und Infiltration 1 zu 200.000.
00:12:16: Jetzt ist natürlich immer die Hauptfrage, wirkt die 1 zu 400.000 Leitung genauso
00:12:22: lange wie die 1 zu 200.000?
00:12:24: Und die Antwort ist ja, wirkt genauso lange.
00:12:26: Und der Vorteil ist, dass man aufgrund der schwächeren Adrenalinkonzentrationen
00:12:30: muss man nicht so nah in der Näheregion sein von dem Nervderminalisieren,
00:12:34: weil es ein bisschen mehr streut und muss nur in der Nähe spritzen.
00:12:38: Und dann ist es ja auch so, dass ich jetzt schon sehr lange für eine Leitung
00:12:44: ausschließlich die Akinosi-Leitung benutze.
00:12:46: Da gibt es ein ganz tolles Video auf YouTube dazu und ich habe mich lustigerweise
00:12:51: erst vor kurzem Carolin Hochberger kennengelernt auf dem DGZ-Kongress in Sylt
00:12:56: 26 und sie hatte darüber auch gesprochen.
00:13:01: Dass sie diese Leitung mal ausprobieren wollte.
00:13:03: Und es gibt ein richtig schönes Video von der University of Michigan aus den
00:13:06: 60er und 70er Jahren, die das erklärt.
00:13:08: Aber effektiv ist es so, dass man eine Anästhesie hat, wo man keinen Knochenkontakt hat,
00:13:14: was quasi eine hohe Leitung auch ist und die auch empfohlen wird,
00:13:18: wenn die erste direkte Leitung nicht getroffen hat oder nicht die Anästhesie,
00:13:22: die man sich erhofft hat, erfolgreich war.
00:13:25: Was durchaus passiert, dass man dann einfach eine viel höhere Stelle macht.
00:13:31: Und wie gesagt, man orientiert sich im Oberkiefer an der Schmelz-Gingiber-Grenze
00:13:36: oder Schmelz-Zement-Grenze und muss erstmal den aufsteigenden Ast tasten und
00:13:41: dann die Nadel so abknicken,
00:13:44: dass man dann an einem aufsteigenden Ast vorbei so ein paar Zentimeter ins Leere anästhesiert.
00:13:49: Das ist am Anfang sehr, sehr komisch, aber ich finde das persönlich viel,
00:13:54: viel angenehmer als dieser doofe Knochenkontakt und es ist sogar für mich leichter,
00:14:00: dann auch, falls es nötig ist, nachzuanästhesieren.
00:14:03: Wobei ich selten eine zweite Leitung mache.
00:14:08: Oft ist es so, dass die Patienten dann...
00:14:12: In 50 Prozent des Zettel wollen. Aber dazu komme ich auch gleich,
00:14:16: denn es ist ja auch wichtig, gerade oder andersrum, in der Praxis,
00:14:20: wie ich sie jetzt betreibe, sehe ich ja jeden Patienten zum ersten und letzten Mal.
00:14:23: Deshalb ist ein Kennenlernender immer schwierig. Und,
00:14:27: Es ist wichtig, denn natürlich im Vorgespräch, ob es telefonisch ist oder vor
00:14:31: Ort, herauszufinden, wie gut funktioniert die Anästhesie eigentlich bei den biebigen Patienten.
00:14:37: Und ich denke mal, in Deutschland ist es was Kulturelles, dass alle eigentlich
00:14:41: eine Anästhesie haben wollen. Das kann man so grob sagen.
00:14:44: Ganz, ganz selten kommen wirklich Leute, die wollen keine.
00:14:47: Und in der Regel überrede ich sie oder sage dann mindestens eine Interlegamentäre
00:14:52: für die Klammer. Denn das mag ich nicht, wenn die schon zucken,
00:14:58: wenn man eine Klammer anlegt.
00:14:59: Dann läuft irgendwas falsch, finde ich, und das stresst mich dann.
00:15:02: Aber wie gesagt, ich habe ein Gespräch mit, hat bei Ihnen die Anästhesie bisher gut funktioniert?
00:15:06: Ja, nein. Wenn nein, dann weiß ich gleich, dass ich mehr mit Prämedikation arbeiten muss.
00:15:13: Was ist meine typische Prämedikation?
00:15:16: Also jeder Behandlungsplan, den ein Patient zugeschickt bekommt,
00:15:20: was ja in der Regel Endo- oder Vitale Haltung ist, Da steht immer dringend,
00:15:24: dass sie bitte eine Stunde vor dem Termin ein Ipofen nehmen dürfen, die sie gut vertragen.
00:15:30: Ja, manche vertragen ja auch Ipofen nicht. Und es ist egal, ob 400er oder 600er.
00:15:35: Das ist das, was jeder Patient bekommt. Und es macht auch total viel Sinn.
00:15:39: Denn erstmal findet man gleich die Leute dann raus, die, ich nehme keine Tabletten.
00:15:44: Ja, was ja okay ist, aber dann muss man denen auch klar sagen,
00:15:48: wenn sie mich mit postoperativen Schmerzen anrufen und keine Schmerzen mitgenommen
00:15:52: sind, Dann brauchen sie mich nicht anzurufen.
00:15:54: Sie rufen mich erst an, wenn die nicht wirken.
00:15:57: Und das ist meistens der Grund, wenn sie die dann nehmen. Und das ist,
00:16:00: der normale Patient kriegt einfach eine IBO. Der normale, gesunde Patient muss man dazu ja sagen.
00:16:06: Und wenn ich jetzt den deutlich Ängstlichen habe, die ja dann wirklich mal schlechte
00:16:10: Erfahrungen gemacht hat, aber eigentlich hat das bisher mal funktioniert,
00:16:13: dem sage ich einfach, so wie dieses MIH-Protokoll ist, fang einfach 24 Stunden vorher schon mit IBU an.
00:16:18: Dass du dann alle acht Stunden eine nimmst und die letzte eine Stunde vor dem
00:16:21: Termin, da kannst du dann für dich dafür sorgen, dass du am besten vorarbeitest.
00:16:26: Und dann gibt es natürlich Leute, die...
00:16:29: Die haben, da weiß man, spürt man schon irgendwie, dass die mehr brauchen.
00:16:34: Und da kommen die 4 Milligramm Dexamethasonen ins Spiel, die ich als Tablette verabreiche.
00:16:41: Mittlerweile habe ich es für mich so eingebürgt, dass ich einfach in der Apotheke
00:16:44: mir eine Packung kaufe, 20 Stück, und die dann bei Bedarf mitgebe.
00:16:48: Denn ein Rezept mitzugeben für Dexamethasonen, das geht auch,
00:16:53: klappt meistens nicht so wirklich.
00:16:56: Ja, und wenn die wirklich super, super ängstlich sind und relativ fit,
00:17:00: können die auch diese 24-Stunden-Ibo-Kur, nennen wir sie mal,
00:17:04: mit einer Dexamethason kombinieren und haben tatsächlich das beste Konzept.
00:17:08: Und ich hatte wirklich schon Patienten, da waren Oberkieferzähne nicht anästhesierbar.
00:17:16: Also wir reden vom oberen Sechser und wirklich alle Tricks mit Palatinal und
00:17:21: nachgespritzt. Und da habe ich einfach gesagt, wissen Sie, Sie haben Schmerzen, das bringt nichts.
00:17:27: Ich gebe Ihnen jetzt ein Rezept für Dexamethason mit und Sie kommen heute nochmal zum Feierabend vorbei.
00:17:33: Das war damals in Bayreuth, gerne 18 Uhr. Und dann hat plötzlich mit derselben
00:17:38: Anästhesietechnik, selber Mensch, alles funktioniert. Und das finde ich schon
00:17:43: faszinierend, wie sowas geht.
00:17:47: Und dann höre ich ja immer mal wieder gerne von chirurgischen Kolleginnen und
00:17:52: Kollegen, das ist immer derjenige, der die Spritze hat, der Anästhesieversager ist.
00:17:58: Und ich habe da auch meine Untersuchung dazu gemacht.
00:18:02: Und herausgefunden, dass Chirurgen einfach ein sehr gutes Selbstbewusstsein
00:18:08: haben können, Konjunktivleute, und das manchmal gar nicht checken,
00:18:13: weil die so schnell sind, dass es wehtut.
00:18:16: Und die Leute sind dann froh, dass es vorbei ist und dann nicht mehr wehtut, sind alle glücklich.
00:18:20: Denn ich kann mich erinnern, Bayreuth war das natürlich auch.
00:18:23: Da hatte ich einen Patienten, der hat gleich von Anfang gesagt,
00:18:27: ja, bin ich mal gespannt. Das ist auch so ein kräftiger Typ, Mann.
00:18:30: Da bin ich mal gespannt, ob sie den Zahn dann taub bekommen.
00:18:35: Und tatsächlich, selbst mit Dexameter Sohn war es eher so eine 50-50-Quote, was schon krass ist.
00:18:40: Und ich hatte da ja auch Unterstützung, nicht nur von Martin Gollner,
00:18:43: auch von seinem Praxispartner.
00:18:44: Sein Praxispartner hat natürlich angesagt, er kriegt jeden taub.
00:18:48: Und dann habe ich gesagt, Mensch, Kollege, du hast gesagt, du bist sehntaub.
00:18:52: 100% Quote, typisch Chirurg, hat es natürlich bei dem Patienten probiert und
00:18:57: es hat nicht funktioniert.
00:18:58: Und so ist das einfach. Es gibt eine Misserfolgsquote. Das fand ich auch sehr
00:19:02: spannend, dass auch der Miguel Marquez in der Vitalhaltungswebinare darüber
00:19:07: gesprochen hat, dass es einfach hochpulpitische Zähne gibt,
00:19:11: die wir nicht taub bekommen.
00:19:14: Und das ist super frustrierend.
00:19:16: Und tatsächlich ist es so, dass
00:19:19: ich für diese Fälle dann den Quicksilber habe, jetzt in meiner Praxis.
00:19:24: Und zwar ist das Intraussäre Anästhesie, ist jetzt mein drittes elektronisches
00:19:28: Anästhesiegerät, mit dem ich, das ich übrigens auch von Kleinanzeigen habe, und.
00:19:36: Das ist so meine Backup-Anästhesie geworden. Das heißt,
00:19:39: wenn ich jetzt zum Beispiel bei einer Vitalhaltung kurz vor der Pulpa bin,
00:19:45: da kann es mal sein, dass die Leute das dann plötzlich merken. Obwohl alles taub ist.
00:19:51: Du kannst alles drumherum pieken. Es ist perfekt und einfach der Pulpa-Bereich ist nicht taub.
00:19:56: Und da kommt dann die Interessere ins Spiel. Gerne im Unterkiefer natürlich.
00:20:02: Aber kann auch Oberkiefer sein.
00:20:05: Und das ist natürlich ein Gerät, das sehr spannend ist.
00:20:10: Es gibt ja einen ganzen Podcast dazu und mein Lieblings Zitat ist natürlich
00:20:17: aus dem Podcast, dass es keine 100% in der Medizin gibt.
00:20:23: Aber ich sag mal so, wenn wir mit dem QuickSleeper eine Anästhesie machen und
00:20:27: daran nach, dass immer noch nicht taub ist, dann können wir auch nichts mehr machen.
00:20:31: Dann mache ich eine provisorische Füllung drauf und wird's it.
00:20:34: Und sagt natürlich, falls sie vorher kein Dexamethasonen bekommen haben,
00:20:37: dass sie das jetzt nehmen sollen.
00:20:38: Aber ich sag mal so, in 95% der Fälle löst ja das Problem. Bloß dann haben wir
00:20:44: bloß so ein QuickSleeper-typisches Problem.
00:20:47: Und zwar, und deshalb ist es ja nicht mein Hauptanästhesiegerät,
00:20:51: denn ich brauche ja eine Anästhesie für knapp zwei Stunden.
00:20:54: Mit einer Leitung kriegt man das in der Regel gut hin.
00:20:57: Beim QuickSleeper ist es so, da kommt es darauf an, was für eine Adrenalindosierung
00:21:02: du hast. würdest du jetzt 1 zu 100.000 nehmen, würdest du eine Stunde safe haben.
00:21:06: Bei 1 zu 200.000 sind es nur safe 30 Minuten.
00:21:10: Und es ist so, dass Patienten wirklich beschreiben, dass es mit einem Schlag
00:21:13: weggeht, wenn man das nur macht.
00:21:15: Das geht ja auch, dass man das im rein Solo-Modus macht.
00:21:18: Aber da bin ich nicht so der Fan von. Ja, und.
00:21:21: Und das ist auch so, dass man dann auch so ein bisschen wissen muss,
00:21:25: wie verlaufen die Nerven.
00:21:27: Das heißt, im Oberkiefer kannst du dir quasi die Stelle aussuchen,
00:21:32: wo du das machst und wirst immer einen relativ guten Erfolg haben.
00:21:36: Im Unterkiefer musst du schon schauen, dass du einen Punkt erwischst,
00:21:41: der eher distal von dem Zahn ist, idealerweise. Und da musst du dir genau das
00:21:45: Röntgenbild angucken, um rauszufinden, ob du überhaupt genügend Platz hast.
00:21:50: Denn manchmal ist es so, da stehen die Wurzeln so eng beiseinander,
00:21:53: dass du dann mit einer Nadel gar nicht dazwischen kommst.
00:21:55: Nämlich du diese Nadel am Quicksilper hat so einen speziellen Skalpell-Schliff,
00:21:59: damit kannst du keinen Zahn verletzen, aber du kommst dann einfach nicht runter
00:22:03: auf die Tiefe, die du brauchst.
00:22:04: Und deshalb gibt es dann manchmal die Tricks, dass du dann eher in die Fokation
00:22:09: spritzt und da deinen Zugang, die holst oder im Prinzip machst du es dann an einen gewissen Punkt,
00:22:17: der ein bisschen Training davor braucht im aufsteigenden Ast,
00:22:22: wo du dann direkt reinspritzt, damit du dann gleich die Reizweiterleitung gleich stoppst.
00:22:28: Aber wie gesagt, deshalb ist es nicht meine Anästhesie die erste Wahl,
00:22:31: weil die Wirkdauer einfach überschaubar ist. Das Quicksleeper selber sagt,
00:22:35: es gibt ja in manchen Ländern, zum Beispiel Österreich und Belgien,
00:22:37: 1 zu 80.000, damit hast du zwei Stunden Anästhesie.
00:22:40: Aber das ist zwar ein Lidocain und von Septodont, aber nicht in Deutschland verfügbar.
00:22:45: In Deutschland haben wir nur das Xylonor Spezial 2%, das 1 zu 50.000 ist und
00:22:52: da muss der Patient schon sehr, sehr fit sein.
00:22:55: Wichtig ist beim Quicksleeper, wir spritzen natürlich nicht in apikale Aufhellungen direkt rein.
00:23:00: Weil wenn es dann irgendwie schon im Abszess geschehen ist, wird der Druck dadurch
00:23:05: noch erhöht. Das ist natürlich nicht schön.
00:23:07: Und das macht es manchmal bei hochakuten Sachen ein bisschen schwieriger.
00:23:11: Aber wenn es jetzt eine krasse Pulpitis ist, findet man es.
00:23:14: Aber ich hatte es auch schon erlebt, dass ich da mit Patienten,
00:23:18: und ich rede hier von zwei Quicksiebler-Applikationsversuchen,
00:23:22: mich taub bekommen habe. Es ist natürlich frustrierend, sowas zu machen.
00:23:25: Und da ist dann wichtig, dass man natürlich Prämedikation komplett ausreizt.
00:23:30: Es ist natürlich bloß immer doof, wenn die Patienten das nicht richtig wollen
00:23:32: oder sagen, sie vertragen das nicht. Aber das ist ein anderes Thema.
00:23:37: Im Prinzip ist es ja so, wenn alles gemacht wurde in der Vorbereitung,
00:23:43: dann kann man kulant bei der Abrechnung sein.
00:23:46: Aber wenn die quasi aus persönlichen Gründen bestimmte Sachen nicht machen wollen,
00:23:50: was ich respektiere, dann rechnet man einfach die Zeit an, ab die man verwendet.
00:23:54: Ja, so und jetzt kann ich ja quasi schon zum Ende kommen,
00:24:00: weil jetzt grob ich alles über Anästhesie, was ich so mache,
00:24:06: besprochen habe und tatsächlich ist es so, dass man muss immer aufpassen,
00:24:12: das ist jetzt nur eine Momentaufnahme von dem, was gerade bei mir funktioniert.
00:24:16: Jeder muss ja immer selber rausfinden, was bei ihm funktioniert.
00:24:20: Und ich sag mal, ich würde jetzt zum Beispiel auch, Thomas Lang hat ja gesagt
00:24:24: in seinem Podcast, er nimmt seit Jahren schon 1 zu 100.000 und das ist okay. Ja, also...
00:24:30: Braucht es nicht, aber er hat natürlich auch was Interessantes gesagt im Podcast,
00:24:34: dass er sich auch so ein bisschen guckt, wie der Blutgefäßverlauf ist.
00:24:40: Und das ist etwas, was ich im Podcast nicht verstanden habe,
00:24:44: aber ich habe ja beim Podcast-Event und da habe ich mit Thomas auch eine Folge
00:24:47: aufgenommen am Samstag dann, ein Gespräch gehabt und konnte ihn auch mal fragen,
00:24:51: was er denn genau meinte.
00:24:52: Und er schaltet tatsächlich den Grünlichtfilter ein, den Filter,
00:24:56: den habe ich auch in meinem Mikroskop,
00:24:58: aber habe ihn noch nie richtig gefunden und guckt dann, sieht dann besser da
00:25:02: die Blutgefäße und Spritz probiert dann auch entlang der Blutgefäße die örtliche
00:25:07: Betäubung zu machen. Und das finde ich eigentlich eine tatsächlich gute Idee.
00:25:10: Das ist dann mein Learning aus dem Podcast und ich bin mal gespannt,
00:25:15: ob das für mich Relevanz hat.
00:25:17: Ist aber jedenfalls ein guter Grund, mal diesen einen Filter,
00:25:20: den ich fast nie benutze von Carsten Jungs Mikroskop zu nutzen.
00:25:25: Deshalb war es das jetzt schon mit einer kurzen, schnellen Folge.
00:25:29: Vielen Dank, dass ihr bis zum Ende gehört habt. Aktuell läuft ja gerade die
00:25:33: Webinarreihe zum Thema Revision und Revision.
00:25:37: Diese Webinarreihen finde ich sehr spannend, weil ich ja dann quasi mir Themen
00:25:44: aussuche, wo ich gerne mehr Inspiration, mehr lernen würde.
00:25:48: Und dann habe ich noch das Glück, dass ich mir auch andere Referentinnen und
00:25:52: Referenten einladen kann, die quasi mir das auch noch zusätzlich beibringen.
00:25:58: Das ist eigentlich eine schöne Form von Fortbildung, dass man das so ein bisschen
00:26:02: problem-based macht und das auch so ein bisschen von Zahnärzten für Zahnärzten
00:26:07: ist. Und ich bedanke mich bei allen, die dabei waren.
00:26:09: Es wird dieses Jahr auch noch, und das ist halt das Tolle, dass ich das selber
00:26:15: organisieren kann, eine Fortbildung über Kofferdamm geben.
00:26:17: Wahrscheinlich erst so August, September 26 und auch über regelrelative Endodontie,
00:26:25: was ich auch sehr spannend finde.
00:26:27: Und da ist es ja auch so, dass ich seit sieben Jahren keine regelrelative Endo gemacht habe.
00:26:35: Wir reden hier von großen offenen Apex und kein pulpaales Gewebe mehr drin.
00:26:39: Und jetzt erst habe ich den ersten von zwei Terminen gemacht,
00:26:45: wo ich tatsächlich diese Behandlung wieder mal begonnen habe und das ist natürlich
00:26:49: spannend und das ist natürlich cool und gerade auch so ein Thema wie Kofferdamm,
00:26:54: da bin ich mal gespannt, welche Referenten ich bekommen werde.
00:26:57: Zwei eher feste Zugang von so kleinen etwas unbekannten Hidden Champions habe
00:27:04: ich schon, aber dazu werde ich dann mehr bei Bedarf Podcast erzählen.
00:27:11: Dann wünsche ich euch noch einen schönen Tag, wo auch immer ihr das hört und bis bald.